Ausbildungsgehalt

Das ZFA-Ausbildungsgehalt: was du verdienst

Schon während der Ausbildung verdienst du dein eigenes Geld. Wie viel genau, hängt stark vom Bundesland und von der Praxis ab. Wir zeigen dir die aktuellen Zahlen und erklären ehrlich, worauf du achten solltest.

Ein großer Vorteil der dualen Ausbildung ist, dass du vom ersten Tag an Geld verdienst. Du zahlst also nicht für deine Ausbildung, sondern bekommst eine Vergütung, die mit jedem Jahr steigt. Wie hoch diese ausfällt, ist allerdings keine einfache Frage, denn es kommt stark darauf an, wo du arbeitest. Wir machen es so transparent wie möglich.

Die Vergütung nach Tarif

Für einen Teil Deutschlands gibt es einen Tarifvertrag, der die Ausbildungsvergütung klar festlegt. Seit Juli 2025 gelten dort die folgenden Beträge. Sie wurden deutlich angehoben und liegen jetzt erstmals im vierstelligen Bereich.

AusbildungsjahrVergütung pro Monat (brutto)
1. Ausbildungsjahr1.000 €
2. Ausbildungsjahr1.100 €
3. Ausbildungsjahr1.200 €

Wichtig zu wissen: Dieser Tarifvertrag gilt nur für die Kammerbereiche Hamburg, Hessen, Niedersachsen, das Saarland und Westfalen-Lippe, und auch dort nur, wenn deine Praxis tarifgebunden ist. In allen anderen Regionen gibt es keine verbindliche Vorgabe in dieser Höhe.

Was, wenn die Praxis nicht tarifgebunden ist?

Die meisten Zahnarztpraxen in Deutschland sind nicht an diesen Tarifvertrag gebunden. Das heißt nicht, dass du dort schlecht bezahlt wirst, aber die Vergütung kann von den Tarifwerten abweichen, nach oben wie nach unten. Viele Praxen orientieren sich freiwillig am Tarif, weil sie im Wettbewerb um Azubis attraktiv bleiben wollen. Andere zahlen weniger.

Nach unten gibt es allerdings eine gesetzliche Grenze: die Mindestausbildungsvergütung. Sie liegt im Jahr 2026 bei 724 Euro im ersten Ausbildungsjahr und steigt in den Folgejahren prozentual an. Diese Untergrenze darf keine Praxis unterschreiten. Wenn dir also eine Vergütung darunter angeboten wird, stimmt etwas nicht.

Geldscheine und Gehaltsabrechnung als Symbol fuer die Ausbildungsverguetung
Schon waehrend der Ausbildung verdienst du Geld. Den passenden Platz findest du unter Ausbildungsplatz finden.

Warum es so große Unterschiede gibt

Dass das Ausbildungsgehalt je nach Region und Praxis so unterschiedlich ausfällt, hat mehrere Gründe. Der wichtigste ist die fehlende bundesweite Tarifbindung. Anders als in manchen anderen Berufen gibt es keinen Tarif, der überall gilt. Dazu kommen regionale Unterschiede: In Regionen mit hohen Lebenshaltungskosten und starkem Fachkräftemangel zahlen Praxen oft mehr, um überhaupt Azubis zu finden.

Für dich bedeutet das vor allem eines: Es lohnt sich, beim Ausbildungsgehalt genau hinzuschauen und im Bewerbungsgespräch ruhig nachzufragen. Eine höhere Vergütung ist schön, sollte aber nicht dein einziges Kriterium sein. Eine Praxis mit gutem Team, in der du wirklich etwas lernst, ist langfristig oft mehr wert als ein paar Euro mehr im Monat.

Was am Ende übrig bleibt

Von der Bruttovergütung gehen noch Steuern und Sozialabgaben ab. Bei den üblichen Ausbildungsbeträgen fällt die Steuerlast aber gering aus, weil du unter den meisten Freibeträgen liegst. Sozialabgaben für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung werden abgezogen, sodass dein Nettobetrag etwas unter dem Brutto liegt. Unterm Strich bleibt dir als Azubi ein ordentliches Taschengeld, das mit jedem Jahr wächst, auch wenn es noch kein Gehalt zum Reichwerden ist.

Der eigentliche Lohn kommt nach der Ausbildung. Als ausgelernte ZFA verdienst du deutlich mehr, und mit Weiterbildungen lässt sich das Gehalt später noch erheblich steigern. Mehr dazu findest du auf unserer Seite zum Gehalt nach der Ausbildung.

Hast du als Azubi Anspruch auf weitere Leistungen?

Neben der reinen Vergütung gibt es noch ein paar Dinge, die deinen Geldbeutel betreffen. Als Auszubildende hast du Anspruch auf Urlaub, in der Regel zwischen 24 und 30 Werktagen im Jahr, je nach Praxis und Alter. Viele Praxen zahlen zudem Sonderleistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, auch wenn das nicht überall üblich ist. Frag im Bewerbungsgespräch ruhig nach, was die Praxis bietet.

Wenn dein Ausbildungsgehalt nicht reicht, um deinen Lebensunterhalt zu decken, etwa weil du für die Ausbildung umziehen musst, könntest du Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe haben. Das ist eine staatliche Unterstützung, die du bei der Agentur für Arbeit beantragen kannst. Es lohnt sich, das zu prüfen, denn viele Azubis wissen gar nicht, dass es diese Hilfe gibt.

Solltest du die Praxis nur nach dem Gehalt aussuchen?

Es ist verlockend, sich für die Praxis mit der höchsten Vergütung zu entscheiden. Doch das wäre zu kurz gedacht. In der Ausbildung geht es vor allem darum, möglichst viel zu lernen und einen guten Start in den Beruf zu haben. Eine Praxis, die dich sorgfältig ausbildet, dir Zeit gibt und ein gutes Team hat, ist langfristig oft wertvoller als ein paar Euro mehr im Monat. Schließlich legst du in diesen drei Jahren das Fundament für deine gesamte berufliche Zukunft. Sieh das Gehalt also als einen wichtigen, aber nicht als den einzigen Faktor bei deiner Entscheidung.

Häufige Fragen

Wie viel verdient man in der ZFA-Ausbildung?

Nach dem Tarifvertrag gibt es ab Juli 2025 im ersten Jahr 1.000 Euro, im zweiten 1.100 Euro und im dritten 1.200 Euro brutto im Monat. Der Tarif gilt aber nur in einigen Bundesländern, anderswo kann die Vergütung niedriger sein.

Gilt der Ausbildungstarif überall?

Nein. Der Tarifvertrag gilt nur für Hamburg, Hessen, Niedersachsen, das Saarland und Westfalen-Lippe und auch dort nur, wenn die Praxis tarifgebunden ist. In anderen Regionen orientieren sich Praxen oft daran, müssen aber nicht.

Gibt es eine gesetzliche Mindestvergütung?

Ja. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung liegt 2026 bei 724 Euro im ersten Ausbildungsjahr. Nicht tarifgebundene Betriebe dürfen diese Untergrenze nicht unterschreiten.